Über mich

Renate Graßtat, Mag. Art.
HP Psych

Studium Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft/Germanistik,
Anglistik,
Philosophie
(FU Berlin, Christian-Albrechts-Universität Kiel))

Weiterbildungen:
– Didaktik Deutsch als Fremdsprache
(HU Berlin u. a.)
– Interkulturelle Trainerin Fremdsprachenbereich
(IKUD Göttingen)
– Theatermethoden im Unterricht (versch.)

Psychotherapie nach dem Heilpraktikergesetz;
zurzeit in Fortbildung zur Traumatherapeutin

Autorin im Bereich Rundfunk/Journalismus

Übersetzerin Englisch – Deutsch: Biografie, Literatur, Sachbuch

Gutachterin für das Goethe-Institut im Bereich Lehrerfortbildung und
Großes Deutsches Sprachdiplom

Langjährige Erfahrung als Dozentin/Kursleiterin:
– Deutsch als Fremdsprache, alle Niveau-Stufen
– Prüfungsvorbereitung DSH, Großes Deutsches Sprachdiplom
– Wissenschaftliches Schreiben
– Bewerbungstraining
– Kreatives Schreiben
– „Literaten in Berlin“
– Schreiben als Selbsterfahrung

Dozenten-Tätigkeit bei/für (Auswahl):
– Humboldt-Universität Berlin (Sprachenzentrum, HUWISU, famos connect)
– Dahlem Research Center
– Technische Hochschule Brandenburg
– Goethe-Institut Berlin
– Sprachenschulen in Berlin und München (BSI, Linguarama, Knowledge Point u. a.)
– Firmentraining bei Gillette, Allianz, BMW, Gazprom Germania, Bel Deutschland
u. v. m.


Als ich mich damals für mein Studienfach „Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft“ entschieden hatte, sagte eine ältere Dame bei der Immatrikulation ohne jegliche diplomatische Rücksichtnahme: „Das können Sie vergessen. Damit können Sie später gar nichts machen.“

Heute weiß ich: In diesem Studium habe ich gelernt, genau auf die Sprache zu achten, auf die Botschaften zwischen den Zeilen, nichts einfach so hinzunehmen und vor allem in Texten die Dinge herauszufinden, die mir persönlich etwas „sagen“ wollen. Berufliche Erfahrungen im journalistischen, besonders im Rundfunk-Bereich (literarische Features) und Übersetzungen sehr unterschiedlicher Texte (Biografien, technische Texte, Theaterstücke, Sachbücher, Lexikonartikel) haben mich weiter darin geschult, Nuancen wahrzunehmen und auszudrücken.

Dann führte mich der Zufall zu einer Tätigkeit als Lehrerin für Deutsch als Fremdsprache. Und obwohl ich nie Lehrerin werden, nie Lehrerin sein wollte, ging hier mein Herz auf: Es faszinierte mich – und das tut es noch heute – zu sehen, wie die Aneignung der Sprache dazu führt, sich in einer Umgebung zurechtzufinden, die einem früher fremd erschien. Der schönste Lohn für meine Arbeit: wenn meine Schüler_innen aus dem Anfängerkurs mit leuchtenden Augen erzählen, sie hätten etwas auf Deutsch im Restaurant bestellt und daraufhin das Richtige bekommen – oder sie wüssten jetzt plötzlich, was es heißt, wenn es auf dem Fahrkartenautomaten abweisend blinkt: „Nur Münzen!“.

Aber auch auf höheren Niveaustufen hat diese Tätigkeit ihren Reiz. So bin ich durch meine jahrelange Arbeit als Korrektorin für das Goethe-Institut, als Tutorin und Gutachterin für die Lehrerfortbildung sowie als Prüferin etwa darin geschult, gezielt auf Strukturen, Genauigkeit und relevante Aspekte für die Prüfungsvorbereitung zu achten.

Die Arbeit mit Menschen, insbesondere mit Menschen aus anderen Kulturkreisen, ist für mich eine wunderbare Inspiration und Bereicherung – aber auch eine große Herausforderung. Bei der Beschäftigung mit den unterschiedlichen Wahrnehmungen, den kulturell geprägten Herangehensweisen an das Lernen und auch an das Leben ganz allgemein bot sich eine Fortbildung besonders an, und zwar zum „Interkulturellen Trainer im Sprachenbereich“.

Inzwischen habe ich an verschiedenen Sprachenschulen in Berlin und München, bei Firmen und Institutionen sowie an mehreren Universitäten und am Goethe-Institut auf allen Niveaustufen Deutsch unterrichtet und auch eigene Konzepte für den Unterricht entwickelt. Dabei steht für mich alles im Zentrum, was hilft, sich die Sprache wirklich zu eigen zu machen, sie in Beziehung zum eigenen Leben zu setzen.

Besonderen Spaß machen mir daher die Sommerprogramme der HUWISU (Humboldt University Winter and Summer School) mit ihrem großen Berlin- und Kulturprogramm sowie meine Kurse zum Kreativen Schreiben und zur Literatur. Sehr gerne nutze ich Filme, um geschichtlichen und ganz allgemein menschlichen Themen auf die Spur zu kommen.

Was für den Bereich Deutsch als Fremdsprache gilt, ist genauso wichtig für die Selbsterfahrung: Was macht Sprache eigentlich mit mir, wie benutze ich sie und wie beeinflussen mich die Dinge, die ich erfahre, höre oder lese? Wie kann ich mir Erinnerungen, Emotionen und Ziele, die so oft zu entwischen drohen, wieder „aneignen“, ihnen folgen und sie meistern? So entstand mein Interesse nicht nur am Kreativen, sondern auch am Autobiografischen Schreiben, am Therapeutischen Schreiben/Heilschreiben und am Storytelling, mit denen sich Fragen nach Identität und Verortung in einem immer komplexer werdenden Umfeld angehen lassen.

2018 habe ich die Prüfung zur Heilpraktikerin für Psychotherapie abgelegt, um die damit einhergehenden Prozesse verantwortungsvoll begleiten zu können. In Kleingruppen sowie in Einzelgesprächen biete ich Biografiearbeit an – mit dem Schwerpunkt auf Schreiben, Sprechen oder anderen Methoden wie z. B. der Arbeit mit der Timeline. Diese kann dazu dienen, die Zusammenhänge, den „roten Faden“ im eigenen Leben bewusst zu machen und so durch eigene Ressourcen Hilfen bei Konflikten und für aktuelle Entscheidungen zu finden.

Worte in Bewegung – das heißt für mich: Sprache in ihrem Kontext zu sehen, wo sie Beziehungen herstellt, als Kommunikationsmittel, zur Strukturierung von Inhalten und Gedanken, sprachliche Mittel exakt zu setzen, wie einen Fuß vor den anderen – aber nicht, ohne sie zu hinterfragen. Worte können neue Horizonte eröffnen, Verborgenes zutage fördern oder sich bei der Reise in eine andere Kultur überraschend verändern (so genannte „falsche Freunde“). Sie bieten einem immer wieder neuen „Stoff“. Man muss sie ernst nehmen, sich mit ihnen auseinandersetzen, darf aber zu gegebener Zeit auch mit ihnen spielen. Und so komme ich auf die niederschmetternde Prognose zu Beginn meines Studiums zurück, der ich aus der heutigen Erfahrung entgegensetze: Man kann mit Worten, Literatur und Sprache einfach alles machen!